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Anleitung zum Binden eines Palituches

Schon gewusst? Das Palituch, eigentlich Kufiya (auch Kafiya, Kefije, Shemagh oder Bandana genannt), ist ein traditionelles Kleidungsstück der Männer in der arabischen Welt. Es entstand um die Stadt Kufa herum, daher auch der Name. Es bietet sehr guten Schutz gegen Sonne und sandigen Wind.

Dieser traditionelle Kopfschmuck entfachte seine symbolische Wirkung in Zeiten des arabischen Aufstandes der Palästinenser im Jahre 1936. Zu dieser Zeit gab es vor allem in der palästinensische Landbevölkerung wachsende Vorbehalte gegen jüdische Immigranten und Britanniens Kolonialherrschaften. Diese wurden als Bedrohung der eigenen Identität und Heimat gesehen. Seit diesem Zeitpunkt verbreitete sich das Palistinänsertuch in allen Bevölkerungsschichten, obwohl es anfangs zunächst nur ein Zeichen der sozial niedrig gestellten Schichten war. Im Laufe der Revolte aber entwickelte sich das Palituch zu einem Symbol für alle sozialen Schichten, die sich gegen die Macht des Britischen Empire und gegen die Landnahme sowohl von friedlichen jüdischen Imigranten als auch militanten Zionisten stellten. Mittels dieses Stofftuches war es den Palästinensern möglich ein gemeinsames Gefühl von Solidarität und Einheitlichkeit zu schaffen, dass sie in ihrem scheinbar aussichtslosen Kampf den mächtigen Gegnern gegenüber verbindet.

Weltweit bekannt wurde das Palituch durch seinen berühmtesten Träger, Jassir Arafat, dem Führer der PLO. Daher auch der Name Arafat-Tuch. Dieser nutzte den historischen Bezug und stilisierte das Tuch zum Symbol für den Kampf eines staatenlosen Volkes um eine eigene Identität und Selbstbestimmung. Durch die gewalttätigen Aktivitäten verschiedener palistinänsicher Gruppen ist das Tuch aber auch mit Terror und dem Ziel der Zerstörung Israels verbunden.

Je nach Zugehörigkeit setzen sich in den Jahren um 1970 verschiedene Farben des Palituches durch. So setzten die Palästinenser auf eine schwarz-weiße-Farbgebung, die als Symbol für Arafats nationalistische Fatah steht. Während wiederum Anhänger der linker Organisationen die Farbe rot bevorzugen. In dieser Zeit kam das Tuch durch linke Studenten auch nach Deuschland und hat seit dem hier eine eigene politische (und unpolitische) Geschichte, die fast keine Bezüge mehr zum arabischen Ursprung hat.

(Dieser Artikel gibt bewußt keine Wertung der historischen und politischen Symbolkraft des Tuches. Dies zu beurteilen bleibt dem gebildeten Leser selbst überlassen. Hier geht es nur um historische Fakten.)





Falte das Tuch einmal quer, so dass ein großes Dreieck entsteht.





Lege das gefaltete Tuch so um Deinen Kopf, dass die linke Seite deutlich kürzer ist als die andere (Verhältnis ca. 1/3 zu 2/3).





Nimm das kurze Ende (linke Seite) mit der rechten Hand, führe es unter Deinem Kinn bis auf die Höhe des rechten Ohrs.





Jetzt nimmst Du die längere Seite (rechts) mit der linken Hand und führst diese soweit nach links, dass die waagerecht vor Deinem Gesicht steht.





Diese Bewegung führst Du weiter aus und legst das längere Ende hinten um Deinen Kopf herum.





Schließlich treffen sich die beiden Enden wieder (ungefähr auf Höhe des rechten Ohrs). Verknote die beiden Enden an dieser Stelle. Deine Hände befinden sich rechts über Deinem Kopf und Du kannst so bequem einen Knoten machen.





Das Tuch liegt nun komfortabel und fest gebunden um Deinen Kopf.





Du kannst den vorm Mund befindlichen Teil des Tuches herunterziehen und unter das Kinn klemmen, wenn Du dies möchtest.

Das war es schon. Eigentlich ganz einfach, oder? Wenn es beim ersten Mal nicht klappt, lass Dich nicht entmutigen. Man sollte es mehrmals probieren und es wird von mal zu mal besser.

Hier noch einige Hinweise:

  • Im Sommer kann man das Tuch feucht machen. Es kühlt dann das Gesicht, während es langsam durch die Sonne trocknet.
  • Im Winter empfiehlt sich ein Tuch aus Wolle oder Baumwolle.
  • Informiere Dich über die Geschichte und die verschiedenen Interpretationen des Tuches. Es kann in unterschiedlichen Kulturkreisen und politischen Szenen ganz unterschiedliche Assoziationen wecken. Versuche das Tuch in einer Art und Weise und nur zu solchen Anlässen zu tragen, wo Du keine Gefühle von anderen verletzt.

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pictures: Thomas Weigl